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Träume aus Armenien

(ea) Lauenburg - Susanne Wendt und Hans-Jürgen Rumpf aus Lauenburg haben neben erheblichem Musikverstand auch ein großes Herz. Am Samstag, 11. Juni 2015, geben sie in ihrem Alten Kaufmannshaus in Lauenburg an der Elbstraße 95 einem Musikerpaar aus Armenien Raum für wunderbare Musik - und bitten mit den Künstlern das Publikum statt Eintritts um Spenden zum Kauf eines Akkordeons. Zwei Konzerte (16.00 und 19.00 Uhr) werden Avag und Naira Querobyan Khachatryan dafür geben, eine Stunde den Klang der Duduk – ein Holzb­lasinst­rument mit sehr großem Doppel­rohrblatt– und des Klaviers verschmelzen lassen. Tänze und Träume von Piazolla und Chopin werden sie spielen, die ihre Sehnsucht nach Weite und Heimat widerspiegelt.

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Avag und Naira Querobyan Khachatryan spielen am 11. Juli im Alten Kaufmannshaus in Lauenburg.

Vor einem knappen Jahr haben die beiden Musiker laut Hans-Jürgen Rumpf Lauenburg „als Hoffnungsort“gefunden“. Weit war die Reise aus Armenien bis dahin. Die Pianistin und Komponistin Naira Querobyan Khachatryan hat ihr Klavierdiplom in ihrem Heimatland erworben. Ebenso ihr Mann Avag, der mit der Musik groß wurde und später in Kiew Jura studierte. Aktiv auf vielen Gebieten, sei Avag in seiner Heimat politisch angeeckt, berichtet Rumpf. Als die Schwierig­keiten zu groß wurden, habe die Familie sich schweren Herzens entschieden, ihr Land zu verlassen. Über die Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylsuchende in Gudow kamen sie schließlich nach Lauenburg. Erste Auftritte im Künstlerhaus Lauenburg zogen die Zuhörer schon in Bann.

Die Duduk hat einen samtig-weichen Klang, ähnlich der Oboe - „voller Melancholie – dabei mag man auch an die von Vertreibung und Verfolgung geprägte leidvolle Geschichte der Armenier denken“, sagt Hans-Jürgen Rumpf. Ein Blick in die Historie zeigt, dass das im südlichen Kaukasus zentral gelegene Land schon im Altertum oft begehrt, erobert und geteilt wurde– eine Geschichte, die in ihrer Heftigkeit noch immer anhält, wie die Schlagzeilen in den Medien belegen. Der zwischen Georgien, Aserbeidschan, Nachtschwan, Iran und Türkei gelegene Staat ist von Unruhen geprägt, der Aufenthalt in umstrittenen Grenzgebieten und in der Konfliktregion Bergkarabach lebensgefährlich – das Auswärtige Amt rät ab von Reisen in die Republik. Wie leicht vergisst man darüber, dass die Geschichte Armeniens schon im Jahrtausend vor Christus ihren Anfang nahm und auf eine sehr alte kulturelle Tradition zurück blickt. Ein wenig davon wird das Musikerpaar sein Publikum wohl spüren lassen. Anmeldung zu den Konzerten ist möglich unter Tel. 0170 / 72 72 395 oder hans-juergen.rumpf@t-online.de.

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